Geschichte der Kinesiologie
Das Muskeltesten wurde schon vor 2000 Jahren von Hippokrates eingesetzt, um neurologische Verletzungen an Soldaten zu diagnostizieren. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Muskeltest von den französischen Neurologen J. Charcot und seinem Schüler J. Babinsky wieder entdeckt. Der englische Orthopäde James Cyriax verwendete den Muskeltest Anfang der 40er Jahre als Teil einer umfassenden diagnostischen Methode.
Die Krankgymnasten H.O. und F.P. Kendall entwickelten das heute allgemein anerkannte Muskeltestsystem für jeden Muskel des Bewegungsapparates, das in der Krankengymnastik, in der Orthopädie und Neurologie weltweit verwendet wird. (Lit.: Muscels, Testing and Function, Florence Paterson Kendall, PT and Elisabeth Kendall McCreary, Williams & Wilkens)
Die Angewandte Kinesiologie (Applied Kinesiology) hat ihre Wurzeln in der Arbeit des Amerikanischen Chiropraktikers Dr. George Goodheart in den frühen 60er Jahren und baut auf dem erwähnten Muskeltest auf. Der Ausgangspunkt von Goodhearts Arbeit war seine Beobachtung, dass bei einem Patienten mit Schulterschmerzen die Schultermuskulatur geschwächt war und in den Sehnenansätzen des Muskels knotige Verhärtungen bestanden. Nachdem durch Massage die Verhärtungen des Muskels aufgelöst werden konnten, nahmen auch die Schulterschmerzen ab. Gleichzeitig nahm die Muskelkraft zu. Aufgrund dieser Beobachtung setzte Goodheart strukturelle Veränderungen in Muskeln mit funktionalen in Zusammenhang.
In den folgenden Jahren verknüpfte Goodheart dieses strukturell-funktionale Konzept vorwiegend mit anderen diagnostischen und therapeutischen Lehren, die heute unter der Bezeichnung komplementäre und alternative Methoden zusammengefasst werden. So integrierte er Vorstellungen aus der Lehre der Lymphabflussstimulation von Frank Chapman (Neurolymphatische Reflexe), der Lehre der Durchblutungsstimulation von Terrence Bennett (Neurvaskuläre Reflexe), der Meridianlehre der traditionellen chinesischen Medizin, Konzepte aus der orthomolekularen Medizin sowie Vorstellungen aus der Lehre der craniosakralen Osteopathie.
Die weitere Entwicklung der kinesiologischen Lehre wurde durch Schüler Goodhearts geprägt, die jeweils verschiedene Varianten der ursprünglichen Applied Kinesiology ausbildeten. Zu nennen sind da:
- "Touch For Health" nach John Thie
- "Behavioral Kinesiology" nach Dr. John Diamond
- „Edu Kinesthetics“ und „Brain-Gym“ nach Paul Dennison
- "Health Kinesiology" nach Dr. Jimmy Scott
Quellen:
V. Schmiedel, Matthias Augustin (Hrsg.): Leitfaden Naturheilkunde. 5. Auflage. Elsevier, München 2008
Dr. med. Dietrich Klinghardt , Lehrbuch der Psychokinesiologie
www.wikipedia.de/kinesiologie














